Fortbildung: Lawsonia Intracellularis – der unsichtbare Feind

05439/8083-0

Fortbildung: Lawsonia Intracellularis – der unsichtbare Feind

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Tierärztliche Gemeinschaftspraxis BSB und die Firma MSD Tiergesundheit möchten Sie herzlich zu einer Fortbildung für Tierärzte am 01.09.2020 einladen.

Das Thema lautet:

„Lawsonia Intracellularis – der unsichtbare Feind“

In den Vorträgen werden neueste Erkenntnisse zum Erreger und moderne Wege der Bekämpfung von Lawsonia intracellularis behandelt. Nach den Vorträgen bleibt ausreichend Zeit zur Diskussion.

Die Veranstaltung wird als Online‐Live‐Webinar durchgeführt, die Einwahldaten erhalten Sie E‐Mail.

Programm:

  • 18:30 Uhr – Dr. med. vet. Eduard Debletz: Begrüßung und Einführung in die Fortbildung
  • 19:00 – 20:00 Uhr ‐ Dr. med. vet Christine Renken: Lawsonia intracellularis – wichtiges zum Erreger
  • 20:15 – 21:15 Uhr ‐ Dr. med. vet. Johanna Vogels: Diagnostik und neue Möglichkeiten der Bekämpfung von Lawsonien
  • Ca. 21:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme

Bitte melden Sie sich unter Tel. 05439 80830 bis zum 28.08.2020 an. Schnell sein lohnt sich, begrenzte Teilnehmerzahl!

Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration

Ab dem 01. Januar 2021 ist das betäubungslose Kastrieren von männlichen Ferkeln für deutsche Ferkelerzeuger nicht mehr zulässig. Hierzu möchten wir die Landwirte mit ausführlichen Informationsmaterialien über die alternativen Methoden informieren und Entscheidungshilfen aus der Praxis und Wissenschaft an die Hand geben.

Das bisher gängige Kastrieren männlicher Ferkel ohne Betäubung ist bekanntlich noch bis zum 31.12.2020 zulässig. Bis dahin müssen die Schweinehalter eine Entscheidung getroffen haben, welche Alternative zukünftig am besten zu ihrem Betrieb passt.

Die Tierärztliche Gemeinschaftspraxis BSB hat hierzu Informationen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern in Form eines Videobeitrags zusammengestellt, um den Ferkelerzeugern eine Entscheidungshilfe aus Praxis und Wissenschaft an die Hand zu geben. In diesen umfassenden Filmen wird über die alternativen Methoden Jungebermast, Jungebermast mit Immunokastration, Isoflurannarkose und Injektionsnarkose gesprochen. Es werden Vor- und Nachteile gegenüber gestellt und über organisatorische Voraussetzungen und betriebswirtschaftliche Konsequenzen diskutiert.

Eine Informationsbroschüre können sie unter folgendem Link herunterladen:
Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration (PDF)

Weitere Erfahrungsberichte, Informationen zu Vermarktungsmöglichkeiten, Tierschutzaspekten oder den Blick ins Ausland liefert die Website www.praxis-agrar.de


Zoetis Deutschland GmbH – Improvac

In der Videoreihe auf YouTube wird über die Alternativen zur betäubungslosen Kastration gesprochen und insbesondere über die Immunokastration mit Improvac.

Vortrag Andreas Kracke, Geschäftsbereichsleiter Schwein und Geflügel, Zoetis Deutschland GmbH


Ferkelnarkose mit Isofluran

Zur Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls werden landwirtschaftliche Betriebe bei der Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelkastration (Isoflurannarkose) durch Zuwendungen finanziell unterstützt. Ferkelerzeuger, die in ein Narkosegerät investieren wollen, können dafür noch bis zum 1. Juli 2020 Fördermittel beantragen:

https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Bundesprogramm_Ferkelnarkose/Bundesprogramm_Ferkelnarkose_node.html

  • Die Anschaffung von Ferkelnarkosegeräten wird mit bis zu 60 Prozent der Gerätekosten bzw. maximal mit bis zu 5.000 EUR je Unternehmen gefördert.
  • Antragsberechtigt sind Kleinst-, kleine oder mittlere Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion im Sinne von Anhang I der AgrarGVO, die im Bereich der Ferkelerzeugung tätig sind.
  • Bitte achten Sie darauf, dass das Narkosegerät erst nach Bewilligung des Förderantrags angeschafft wird. Für bereits vorhandene oder vor Antragstellung bzw. dessen Bewilligung gekaufte Narkosegeräte wird keine Förderung gewährt.
  • Förderfähig sind nur solche Narkosegeräte, die von einer nach DIN EN ISO 17025 akkreditierten Stelle in Bezug auf Aspekte des Tierschutzes, der Anwendersicherheit und des Umweltschutzes zertifiziert sind.

Info Fördermittel Isoflurannarkose (PDF)


Vortrag Dr. Hendrick Nienhoff Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Kastration – oder am 31.12.2020 ist Schluss

Plötzlich tote Sauen

Vortrag Drs. Gerrit Strijkstra zum Thema ,,plötzlich tote Sauen“.

In seinem Vortrag berichtet Drs. Strijkstra über Fallbeispiele aus der Praxis, in denen es um akut verendete Sauen geht. Ein Grund für das Verenden der Sauen war zunächst nicht ersichtlich. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, wurde bei diesen Sauen eine Sektion durchgeführt. Die Befunde aus den Sektionen werden in diesem Vortrag kurz erläutert.

Mycoplasmeninfektionen durch Fehler im Bestandsmanagement

Fallbeispiel aus der Praxis

Der Betrieb

Ein Fresseraufzuchtbetrieb mit 50 Kälbern je Gruppe im Warmstall auf Spalten mit Eimertränke.

Im Jahr 2019 kam es über Monate hinweg vermehrt zu Mittelohrentzündungen mit Kopfschiefhaltung bei den Kälbern. Diese Tiere blieben in der folgenden Mast deutlich zurück und waren anfällig für erneute Atemwegsinfektionen.

Im Stall fiel eine schlechte Luftqualität mit zu hoher Luftfeuchtigkeit auf. Dieses Problem ließ sich schnell durch eine Änderung der Lüftungseinstellung ändern. Die Durchflussrate an den Tränkenippeln erschien zu gering und wurde erhöht. Weiterhin wurde die Milchphase von 30 auf 42 Tage erhöht, um die Kälber stabiler zu bekommen.

Zur Klärung der Ursache wurden beim ersten Bestandsbesuch fieberhaft erkrankte Tiere beprobt. Die Ergebnisse der Untersuchungen bestätigten den Verdacht, dass es sich hier um Mycoplasmen-Infektionen handeltete. Daneben konnten noch Pi3 und Pasteurellen nachgewiesen werden.

Ergebnis der labordiagnostischen Untersuchung vom Nasentuper des erkrankten Kalbes
Klinisches Bild einer Otitis media mit Kopfschiefhaltung

Postmortale Diagnostik in der Sektionshalle 

Behandlungsplan 

Anhand der Befunde wurde ein neues Impfregime für den nächsten Durchgang erstellt. Die Kälber werden jetzt zweimalig intramuskulär gegen BRSV und Parainfluenza geimpft. Eine dritte BRSV Impfung schützt die Fresser zusätzlich im weiteren Verlauf der Bullenmast. Weiterhin wurde ein neues Behandlungsschema erstellt, das speziell gegen Mycoplasmen ausgelegt ist. 

Die durchgeführten Maßnahmen zeigten schnellen Erfolg, so dass kaum noch Einzeltiere akut behandelt werden müssen und sich die Kälber einheitlicher entwickeln. Mittelohrentzündungen traten bis dahin nicht mehr auf. 

Das Fallbeispiel zeigt, dass sich Mycoplasmeninfektionen häufig durch eine Optimierung des Betriebsmanagements und angepasste Behandlungen bzw. Impfungen deutlich reduzieren lassen. 

Linke Lungenhälfte vom Kalb: Schwerwiegende Pneumonie, bei der oblitierende, eitrige Bronchiolitiden und multiple Nekroseherde im Lungenparenchym vorliegen. Diese käsigen Nekrosen wurden verursacht durch einen hgr. Befall von Mycoplasma bovis. 

Der Erreger 

Mycoplasmen sind Bakterien mit vielen unterschiedlichen Subtypen. Sie besitzen im Gegensatz zu anderen Bakterien keine Zellwand, was zu einer natürlichen Resistenz gegenüber Antibiotika führt, die in die Zellwandsynthese eingreifen (z.B. β-Laktam Antibiotika wie Amoxicillin). Mycoplasma bovis gehört zu den pathogensten Mykoplasmenarten für das Rind. Sie führen bei Kälbern zu unterschiedlichen entzündlichen Pneumonien und teils sogar schwerwiegenden Nekrosen mit einhergehenden Lungenläsionen. Weitere klinische Anzeichen neben Pneumonien sind Arthritiden, Mastitiden oder Mittelohrentzündungen, die durch Mycoplasmen hervorgerufen werden können. 

Mycoplasmen werden auch bei klinisch gesunden Kälbern in den oberen Atemwegen nachgewiesen. Kommt es zu einer Schwächung des Immunsystems durch Stressreaktionen, Fehler im Bestandsmanagement oder durch andere pathogene Erreger, wie z.B. BRSV oder Pasteurellen, können sich Mycoplasmen ausbreiten und Infektionen hervorrufen (Bovine Respiratory Disease Complex). M. bovis wird als primärer Wegbereiter für andere, bakterielle Keime wie Pasteurella multocida, Mannheimia haemolytica, Histophilus somni und Arcanobacterium pyogenes häufig übersehen, da eine Isolierung von M. bovis spezielle Nährmedien erfordert und dieser Erreger in der Routinediagnostik daher häufig nicht erfasst wird. 

Einige Mykoplasmen zeigen eine ausgeprägte Variabilität der Oberflächenproteine (variable surface proteins), die zu einer ständigen Änderung antigener Strukturen führt, wie sie beispielsweise für Mycoplasma hyorhinis und M. bovis beschrieben wurden. Dieses Phänomen erschwert es dem Immunsystem zu einer schnellen und vollständigen Heilung zu kommen. Belastend kommt hinzu, dass M. bovis in der Lage ist die Immunabwehr des Wirtes zu hemmen. Mittels 13 verschiedener Adhäsionsmoleküle kann es an die Wirtszelle docken und diese negativ beeinflussen. 

Mykoplasmen sind Erreger mit einem hohen Ansteckungspotential in der Herde, insbesondere als Mastitiserreger in Milchviehbeständen. Schon geringe Erregerzahlen genügen, um lang andauernde subklinische Euterentzündungen oder auch akute Euterentzündungen auszulösen. Typische Anzeichen sind plötzlich viele infizierte

Querschnitt Lunge: Katarrhalisch-eitrige Bronchopneumonie mit käsiger Nekrose verursacht durch Mycoplasma bovis 

Tiere in einer Herde mit klinischen Mastitiden ohne Störung des Allgemeinbefindens. Eine erhöhte Zellzahl kann auch eine Infektion andeuten. Bei trockenstehenden Kühen verläuft die Infektion meist unerkannt, kann aber nach dem Abkalben in die akute Phase übergehen. Therapeutisch werden nur sehr schwer bzw. keine Heilungserfolge erzielt. Spontanheilungen sind möglich, jedoch können diese Kühe subklinische Ausscheider bleiben und sollten als permanent infiziert betrachtet werden. Der wesentliche Risikofaktor für die Einschleppung von M. bovis in Milchviehbestände ist der Zukauf von infizierten Kälbern, Färsen und Milchkühen. Innerhalb eines Betriebes wird M. bovis über die Luft, die Milch erkrankter Kühe und über infiziertes Sperma übertragen. Für die Kälber besteht ein Gesundheitsrisiko durch das Vertränken von infizierter Milch. Daher sollte Milch, die mit Hemmstoffen oder Mastitiden belastet ist, auf keinen Fall an Kälber vertränkt werden. Weiterhin kann durch infiziertes Kolostrum oder nicht pasteurisierte Milch eine Übertragung von Mutter auf das Kalb stattfinden. Der klinische Ausbruch beim Kalb zeigt sich häufig auch erst Wochen später und kann insbesondere nach dem Transportstress und Zusammenstallen mehrerer Kälber aus unterschiedlichen Betrieben zu Problemen führen. 

Ein kommerzieller Impfstoff ist in Deutschland derzeit nicht verfügbar. Der Einsatz von stallspezifischen Bestandsvakzinen ist schwierig, da es zahlreiche Stämme von Mycoplasmen gibt und der Impfzeitpunkt in spezialisierten Betrieben meistens zu spät ist. 

Kälbertagung

Kälbertagung – Erkennung und Prophylaxe von Krankheiten

 Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Tierärztliche Gemeinschaftspraxis BSB und MSD Tiergesundheit laden Sie und alleInteressierten Ihres Betriebes herzlich zur BSB Kälbertagung in unsere Praxisräume ein.

Im Rahmen der Veranstaltung ist für Ihre Verpflegung gesorgt. 

Donnerstag, 24.10.2019
Beginn 18:00 Uhr
Tierärztliche Gemeinschaftspraxis BSB
Lohbecker Str. 9
49593 Bersenbrück

Themenschwerpunkte:

  • 18.00 Uhr: Begrüßung und Empfang, Eduard Debletz
  • 18.15 Uhr: Atemwegserkrankungen, Diagnostik, Impfung, Immunologie, Dr. E. Thesing
  • 18.45 Uhr: Pause, Essen, Trinken
  • 19.15 Uhr: Fütterung, Fütterungsfehler mit Fallbeispielen Georg Degen
  • 19.45 Uhr: Störungen des Magendarmtraktes und ihre Folgen, Fallbeispiele aus der Pathologie, Drs. Gerrit Strijkstra,

Kälberaufzuchtverluste kosten Potenzial 

Viele Krankheiten, vor allem in der Aufzucht, kosten den Landwirt viel Geld, Zeit und Nerven. Hinzu kommen die Leistungseinbußen bei den Zunahmen und der Futterverwertung. Jedes Kalb, das in jungen Jahren eine Durchfall- oder Atemwegserkrankung durchmacht, kann nicht mehr sein volles Leistungspotential ausschöpfen. Wie mit einfachen Managementmaßnahmen und gezielten Impfungen vorbeugend erfolgreich gearbeitet werden kann, wollen wir Ihnen gerne vorstellen. Melden Sie sich frühzeitig an!

Referenten

  • Georg Degen, RVG Raiffeisen Viehvermarktung GmbH
  • Dr. Egon Thesing, MSD Tiergesundheit
  • Drs. Gerrit Strijkstra, Tierarzt BSB

Anmeldung bis 20.10.2019
Anmeldeformular als PDF herunterladen

Aktuelles und Informationen für Tierhalter

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HSA Rechtsanwälte Hentschke & Partner Part mbBDr. Helmar Hentschke Aktuelle Entwicklung für die Betriebsentwicklung aus genehmigungsrechtlicher Sicht

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Mycoplasmeninfektionen durch Fehler im Bestandsmanagement

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